Flora
Pädagogisches Konzept

Wichtelgruppe

PÄdagogische Schwerpunkte und Inhalte

„Sinne sind das Fenster zur Welt.“*

Das Kind ist ganz Sinnesorgan. Diese sinnlichen Wahrnehmungen sind eine wesentliche Vorraussetzung dafür, dass sich Kinder körperlich, geistig und seelisch gesund entwickeln können. Kleine Kinder lernen im Wesentlichen über motorische Handlungen (Bewegung) und über die Wahrnehmung, d.h. das Erfassen und Verstehen mit all ihren Sinnen (Hören, Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken). Hierbei wird nie ein Sinn isoliert angesprochen, sondern die verschiedenen Sinne wirken immer zusammen (= ganzheitliche Wahrnehmungserfahrung). Die dabei aufgenommen Informationen und Verarbeitungsprozesse bewirken die Entwicklung und Organisation des Gehirns.

Die kindlichen Sinne brauchen Übung, um sensibel wahrnehmen zu können. Sie verkümmern, wenn sie nicht eingesetzt werden. Deshalb sollten den Kindern möglichst vielfältige Sinneserfahrungen und motorische Aktivitäten angeboten werden, da einseitige Angebote (z.B. nur visuell, nur auditiv) die Ausbildung der anderen Sinnesbereiche und die sensorische Integration negativ beeinflussen.

Die Wahrnehmung steht in enger Verbindung mit der Bewegung, denn Bewegung ermöglicht die Integration der Wahrnehmungserfahrungen und ist eine wichtige Vorraussetzung für den Raum- und Zeitbegriff und die Begriffsbildung überhaupt. Durch motorische Aktivitäten erlebt das Kind seinen Körper und fühlt seinen Rhythmus. Aus anfänglich zufälligen, durch Reflexe gesteuerten Bewegungen werden mit der Zeit und mit viel Übung absichtliche und gezielt gesteuerte Bewegungen. Die Koordination wird zunehmend besser und die verschiedenen Körperbereiche entwickeln sich zu einem synchronisierten Ganzen. Bei der elementaren Förderung wird großer Wert auf das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers und der Bewegung der einzelnen Körperteile gelegt. Hierbei werden beide Körperseiten bewusst bewegt und somit die Entwicklung beider Gehirnhälften angeregt (z.B. im Fingerspiel, bei Tänzen).
Eindrücke der Kinder werden durch motorische Erfahrungen vertieft und gefestigt, das Kind „begreift“ sich und seine Umwelt. Die Lernerfahrungen aus Bewegung und Wahrnehmung bilden die Grundlage einer positiven Persönlichkeitsentwicklung. Zudem bereiten motorische Aktivitäten den Kindern Spaß und Freude.

Die Entwicklung der kindlichen Sprache beginnt von Anfang an. Mit ca. 3 Monaten fängt das Baby bewusst an, mit seiner Stimme zu spielen. Zunächst werden sog. "Gutturallaute" gebildet, darauf folgen die sog. "Lallwörter", bevor daraus die eigentliche Wortsprache erlernt wird. Hier spielt die Ausbildung der Sprechmuskulatur und deren Förderung eine wesentliche Rolle. Das Erlernen der kindlichen Sprache benötigt einen gut ausgebildeten Hörsinn, die Unterstützung von visuellen und motorischen Wahrnehmungen. Der Sprache fällt für die Gesamtentwicklung des Kindes eine weitere große Bedeutung zu.
Sprache ist nicht nur das Mittel zur Kommunikation, durch die Sprache bildet das Kind sein Weltbild und die Fähigkeit zum Aufbau sozialer Beziehungen aus. Von ihr hängt seine persönliche Entfaltung ab. Das Kind verarbeitet mit Hilfe der Sprache Erscheinungen und Vorgänge der Umwelt, die dann wiederum zunehmend durch die Sprache verfügbar werden. Somit stehen Sprache und Wahrnehmungserfahrungen in enger Verbindung. Sprache ist verinnerlichtes Handeln! Aus diesem Grunde sollte Sprache angeregt und unterstützt werden.

Eine dem Kind dieser Altersstufe angemessene Form der ganzheitlichen Förderung, ist die Verknüpfung von sinnlichen Erfahrungen, Sprache, Bewegung und Musik. Diese 3 Elemente werden durch den Rhythmus miteinander verbunden. Kinder reagieren von Natur aus auf Lieder, Reime, Verse und Musik mit Bewegung. Musik berührt Körper, Seele und Geist, sie ist an Emotionen gebunden und besitzt eine eigenständige Sprache und Ausdrucksform. Musik und Bewegung bilden für das Kind eine Erlebniseinheit. Durch den Einsatz von Musik werden sinnliche Wahrnehmungen der Kinder ergänzt und vertieft.

Wichtig ist der Weg der Unterstützung, denn nur mit Freude und Spaß am Tun, üben sich die Kinder spielerisch in ihrer Wahrnehmung und Sprache! Kinder werden hierbei mit völliger Offenheit, Aufgeschlossenheit und natürlicher Neugierde erlebt, sie erfahren ihre Umwelt und sammeln neue Eindrücke.

Die einzelnen Kursstunden sind hauptsächlich auf die Beziehung zwischen Kind und Elternteil aufgebaut. Kleine Kinder lernen durch Nachahmung. Das Kind ahmt nach, was das Elternteil ihm vormacht und fühlt sich in seiner Nähe sicher und geborgen. Es gibt für das Kind keinen stärkeren Anreiz, als das aktive Tun der Eltern. Die Kinder sollen jedoch selbstständig handeln, ohne von den Eltern „geführt“ zu werden (z.B. durch das Führen der Kinderhände). Kinder handeln, wenn sie bereit dazu sind, mit ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten. Auch wenn Kinder vielleicht zunächst abseits stehen und nicht aktiv teilnehmen, nehmen sie das Lied, das Spiel und die Freude, die bei allem damit verbunden ist, mit nach Hause. Es ist daher sinnvoll, die gemeinsamen Aktivitäten zu Hause weiterzuführen, z.B. beim Wickeln und Baden, Spielen und Spazieren gehen.

Ziele und Bedeutung:

a) für die Kinder:

b) für die Eltern:

c) für die Eltern-Kind-Beziehung:

Inhalte und AktivitÄten

Durch elementare Aktivitäten (Fingerspiele, Kniereiterverse, Bewegungslieder, etc.) mit einfachen Handlungsstrukturen angelehnt an den Jahresrhythmus werden in altersgerechter und spielerischer Atmosphäre die verschiedenen Bereiche aus Wahrnehmung, Motorik und Sprache gefördert.

Wichtelstübchen

Das Interesse und die Konzentration der Kinder in der Kursstunde wird durch den Wechsel der Aktivitäten erhalten. Durch sich ständig wiederholende Ereignisse und Abläufe (Rituale) und durch die gleichen Elemente entdecken die Kinder ihre Umwelt neu und gewinnen Vertrauen und Sicherheit.

Die Aktivitäten des Wichtelstübchens orientieren sich am Jahreskreislauf, mit den verschiedenen Jahreszeiten, deren Eigenschaften und Gegensätzen, z.B. hell/dunkel, Sommer/Winter, sowie den dazugehörenden Festen und Feiern.

* aus „Wahrnehmungsförderung für Kleinkinder“ , B.Wilmes-Mielenhausen, Herder-Verlag